Wohninvest-Academy-Cup

Finn Kretschmer (mit Ball) muss den in dieser Szene nur zusehenden Akteuren des HBW Balingen-Weilstetten um Martin Strobel (Nummer 15) den Schlussjubel überlassen. Foto: Heiko Potthoff

Besondere Bedingungen in der Zeppelinhalle

Die Gastgeber des SV Fellbach bieten nicht nur den vier Mannschaften beim Wohninvest-Academy-Cup ein spezielles Umfeld an. Im Finale am Sonntagabend unterliegt der Bundesligist TVB Stuttgart dem HBW Balingen-Weilstetten mit 32:34

Fellbach - Die sprachlichen Schwierigkeiten haben Daniel Rauch und Juri Sawada am Sonntag ebenso gemeistert wie alle anderen Aufgaben in der Zeppelinhalle. Ab und an mussten die beiden Handballer aus der ersten Mannschaft des SV Fellbach dafür allerdings ihre Wortwahl konkretisieren. Als sie den Gästen von Wacker Thun etwa Sprudel anboten, wussten diese damit recht wenig anzufangen. „Erst als wir gesagt haben, dass wir Wasser mit Kohlensäure meinen, wussten sie Bescheid“, sagte Daniel Rauch, der gemeinsam mit Juri Sawada den Schweizer Erstligisten beim Spiel um den dritten Platz des Wohninvest-Academy-Cups betreute. Während sich die ihnen Anvertrauten nach einem 23:23-Remis und anschließendem Siebenmeterwerfen mit 27:24 gegen Bregenz Handball aus der ersten österreichischen Liga durchsetzten, durfte Martin Strobel nach dem Finale und dem 34:32-Erfolg (20:17) des HBW Balingen-Weilstetten gegen den Bundesligisten TVB Stuttgart die Siegertrophäe entgegennehmen.

Etwa 300 Handball-Fans wollten sich das Treffen der vier Vereine am Finaltag nicht entgehen lassen


„Die Idee dieses Turniers ist genial, und die Organisation war super“, sagte Remo Badertscher, der Co-Trainer von Wacker Thun, kurz bevor er sich mit seinem Team noch während des Endspiels auf die rund viereinhalb Stunden lange Busreise in die Heimat aufmachte. Auch Dieter Pfeil aus dem Organisationsteam des SV Fellbach zeigte sich fast durchweg zufrieden. Nur beim Zuschauerinteresse hatten sich die Verantwortlichen etwas mehr Zuspruch erhofft. Etwa 300 Handball-Fans wollten sich das Treffen der vier Vereine am Finaltag nicht entgehen lassen. Bereits am Samstag hatte sich der zweitklassige HBW Balingen-Weilstetten in Ehningen mit 34:28 gegen Bregenz Handball behauptet und der TVB Stuttgart um den Außenspieler Finn Kretschmer sich mit einem 34:29-Sieg gegen Wacker Thun in Bad Cannstatt für die Partie um den Titel empfohlen.

Auf dem Spielfeld überzeugte vor allem der Zweitligist um den aus Schmiden stammenden Trainer Jens Bürkle


Bei den Rahmenbedingungen für die entscheidenden Duelle wollten es die Fellbacher Gastgeber an nichts mangeln lassen. „Wir versuchen, die Großen zu kopieren“, sagte Dieter Pfeil. Dazu hingen in der Zeppelinhalle die Nationalfahnen von Österreich, Deutschland und der Schweiz. Als die beiden Finalisten das Spielfeld betraten, erhellten lediglich einige bunte Scheinwerfer, die durch den versprühten Nebel drangen, die Dunkelheit. Und im Gang hinter den Umkleidekabinen hatte die rund 30-köpfige Helfergruppe einige Tische eingedeckt, um den Protagonisten Gulasch und Spätzle servieren zu können.

Auf dem Spielfeld überzeugte am Sonntagabend vor allem der Zweitligist um den aus Schmiden stammenden Trainer Jens Bürkle. „Für uns war das ein sportlich sehr vernünftiger Test“, sagte der 37-Jährige über den erstmals ausgetragenen Wettstreit, mit dem sich die Teams auf den jeweiligen zweiten Saisonabschnitt vorbereiten. „Vor allem unser Spiel beim Gegenstoß und über die Außen hat mir gut gefallen“, sagte Jens Bürkle, der in Oddur Gretarsson den mit 13 Treffern besten Torschützen sowie in Jonas Baumeister den besten Torwart des Turniers in seinen Reihen wusste.

Auch sein Gegenüber Markus Baur zeigte sich trotz der Finalniederlage äußerst angetan von der Veranstaltung und dem dafür geschaffenen Umfeld: „Das war ein Superturnier für uns, aber 20 Gegentore in der ersten Hälfte sind einfach zu viel.“ Auf der Seite der Sieger freute sich derweil Moritz Schäfer über das „coole Erlebnis“. Der 25-Jährige, ansonsten mit dem SVF in der Württemberg-Liga am Ball, betreute gemeinsam mit seinem Teamgefährten Vincent Kesel die Mannschaft des HBW – ganz ohne sprachliche Schwierigkeiten.