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Ein Erfolg schon vor dem Erfolg

Handball Der SV Fellbach bezwingt das zweite Team des Bundesligisten Frisch Auf Göppingen mit 29:27 und bleibt in der Württemberg-Liga im gesicherten Mittelfeld. Der Trainer Frieder Hansen sagt für die nächste Saison zu. Von Markus Merz

Den ersten Erfolg konnte Hans Ulmer am Samstag schon vor dem Heimspiel der Handballer des SV Fellbach gegen Frisch Auf Göppingen II vermelden. Der Manager des Teams aus der Württemberg-Liga ließ verlauten, dass Frieder Hansen für mindestens eine weitere Saison als Trainer zur Verfügung steht. Hinterher folgte der zweite Erfolg für Hans Ulmer und den SVF: Die Gastgeber siegten gegen die Göppinger vor mehr als 200 Zuschauern mit 29:27.

Bereits seit Juni 2010 leitet der Sport- und Biologielehrer Frieder Hansen die Fellbacher Handballer in der Württemberg-Liga an und will im kommenden Jahr also in seine dritte Spielzeit als Vordenker gehen. Dass die Mannschaft dann wieder in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse unterwegs sein wird, daran bestehen spätestens seit Samstagabend keine wirklichen Zweifel mehr. Mit dem Heimsieg gegen Frisch Auf Göppingen II bleibt der SV Fellbach vorerst im gesicherten Mittelfeld der Tabelle, scheint aber vor allem kein Abstiegskandidat zu sein, weil die Mannschaft in der heimischen Zeppelinhalle nur schwer zu bezwingen ist und auch schlechtere Spiele für sich entscheiden kann.

So ein Spiel war auch die Partie gegen die Göppinger. Ein Spiel, in dem sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen konnte und erst die Schlussminute mit einem Treffer von Moritz Schäfer zum 29:27-Endstand die Entscheidung brachte. "Mit dem Sieg können wir etwas entspannter an die kommenden Aufgaben herangehen", sagte Frieder Hansen. Zum Abschluss der Hinrunde und des Handballjahres 2011 gastiert das Team des SV Fellbach am Sonntag noch bei der SV Remshalden.

Zuvor wollen Frieder Hansen und Hans Ulmer die Planungen für die nächste Spielzeit vorantreiben. "Bis Weihnachten wollen wir da eine gewisse Klarheit haben. Diejenigen Spieler, die zusagen wollen, können das ja sofort tun. Wir wollen aber auch von den anderen ihre Pläne wissen", sagt Frieder Hansen, für den zunächst wichtig war, dass der Manager Hans Ulmer weitermacht: "Das Umfeld muss passen. Insgesamt sind wir hier auf einem guten Weg. In Fellbach lässt es sich gut arbeiten, und ich fühle mich hier einfach wohl."

Wie der Kader für die kommende Spielzeit zusammengestellt wird, kann Frieder Hansen derweil noch nicht sagen. Auch wenn er davon ausgeht, dass die Mannschaft im Kern zusammenbleiben wird. Dazu gehören wichtige Stützen wie der erfahrene Schlussmann Stefan Doll, der auch am Samstag gegen Frisch Auf Göppingen II ein sicherer Rückhalt war. Oder der wieselwendige Spielgestalter Steffen Klett, der als Antreiber, Passgeber und Torschütze für das Fellbacher Spiel fast schon unverzichtbar geworden ist. Gegen die Gäste aus Göppingen um die ehemaligen Fellbacher Julian de Boer (5 Tore) und Christoph Molitor (7 Tore) bestimmte der 24-Jährige einmal mehr das Tempo der Fellbacher Angriffe.

Weiter vorantreiben wollen sie beim SVF auch die Einbindung der eigenen Jugendspieler wie zuletzt schon Moritz Schäfer, Kai Liebing oder Patrick Brunner. Auch wenn einige Talente bei engen Spielen, wie dem gegen Frisch Auf Göppingen II, nur sporadisch zum Einsatz kommen und sich erst noch an die Anforderungen in der Württemberg-Liga gewöhnen müssen. Mit dem Verbleib von Frieder Hansen haben sie ihren Förderer aber weiter um sich.

SV Fellbach: Doll, Nowak - Weil, Liebing (3), Schäfer (4), Haarer (4), Gomes, Brunner (4), Jahn, Steigerwald (1), Steffen Klett (4), Bastian Klett (1), Rohland (3), Gaus, Miletic (5/4).

 

Nur der Trainer ist in Neckarsulm zu Hause

Handball Das SVF-Team verliert zum sechsten Mal in fremder Halle. Von Thomas Rennet

Für den Trainer zumindest hatte der Ausflug nach Neckarsulm auch seine schönen Seiten. Frieder Hansen stammt aus Neckarsulm, weshalb er die Gelegenheit zu einem Familienbesuch nutzte. Der 32-Jährige blieb übers Wochenende in der Heimat und hatte so schon vor Ort Ablenkung vom Geschehen in der Pichterichhalle. Denn eben dort, wo er einst selbst viele Jahre Handball gespielt hatte, fanden sich am Samstagabend keine schönen Seiten für den Rückkehrer und die Mannschaft des SV Fellbach. Der Trainer Frieder Hansen erlebte eine einseitige Angelegenheit, seine Spieler waren in der Württemberg-Liga bei der Neckarsulmer Sport-Union chancenlos. Am Ende unterlagen die Gäste aus Fellbach dem starken Ligakonkurrenten mit 26:37.

Die beiden Teams hatte scheinbar gar nicht viel getrennt. Vor dem Treffen am Samstagabend waren sie Tabellennachbarn auf den Plätzen fünf und sechs. Doch das war ein eher oberflächliches Bild. Schon vor dem Vergleich in der Pichterichhalle hatten die Gastgeber aus Neckarsulm drei Punkte mehr gesammelt und dabei zwei Spiele weniger absolviert. Der Verbund der Neckarsulmer Sport-Union um den den starken Antreiber Christian Gerber (Hansen: "Er ist der Dreh- und Angelpunkt") gehört zu den Besten der Liga. Der Gegner aus Fellbach ist davon ein gutes Stück entfernt - wegen seiner steigerungsfähigen Auswärtsbilanz. Die SVF-Akteure haben sechs ihrer sieben Begegnungen in fremden Hallen verloren, so haben sie auf den besseren Ligaplätzen nichts verloren.

"Die Neckarsulmer sind individuell stark besetzt, und sie sind auch als Mannschaft gewachsen", sagt Frieder Hansen. Gegen diesen Widersacher wäre für die Fellbacher Handballer ein außergewöhnlicher Tag hilfreich gewesen, sie hatten allerdings "einen verbrauchten Tag" (Hansen) erwischt. So war der Unterschied, in der Tabelle erst noch klein, am Samstagabend ziemlich groß. Die Hausherren waren treffsicherer, abgezockter und rasch vorne; schon zur Halbzeit (19:12) hatten sie hinreichenden Abstand zwischen sich und die Gäste gebracht. "Wir waren auf allen Positionen unterlegen", sagt der SVF-Trainer, der an seiner ehemaligen Wirkungsstätte nur mit wenigen seiner aktuellen Weggefährten wirklich zufrieden sein durfte. Am ehesten noch mit Bastian Klett ("Er zeigt aufsteigende Tendenz"). Ansonsten war da am Samstag zu wenig, um die Niederlage in Neckarsulm verhindern zu können.

Beim nächsten Mal immerhin ist nicht nur der Trainer zu Hause, sondern wieder das gesamte Team. Nach einem spielfreien Wochenende erwarten die Handballer des SV Fellbach am 10. Dezember die zweite Garnitur des Bundesligisten Frisch Auf Göppingen. Nach der sechsten Auswärtsniederlage - es war auch die sechste Saisonniederlage - hoffen sie dann in der Zeppelinhalle auf den sechsten Heimsieg.

SV Fellbach: Doll, Nowak - Steigerwald (2), Weil, Miletic (6/2), Steffen Klett (3), Bastian Klett (5), Schäfer, Brunner (3), Liebing (2), Rohland, Haarer (2), Gaus (1), Wager (2).


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Der Nachbar in allen Belangen besser

Handball Das Team des SV Fellbach verliert in der Württemberg-Liga das Derby beim VfL Waiblingen mit 31:37. Von Michaela Bareis

Der VfL Waiblingen hat auch in der Höhe verdient gewonnen", sagte Frieder Hansen und fasste mit einem Satz zusammen, wovon sich am Samstagabend 250 Zuschauer in der Waiblinger Rundsporthalle mit eigenen Augen hatten überzeugen können. Beim ersten Aufeinandertreffen der Mannschaft des SV Fellbach mit dem Nachbarn VfL Waiblingen seit dessen Abstieg in die Württemberg-Liga im Frühjahr setzten sich die Gastgeber klar mit 37:31 (20:17) durch. Fast hatte es angesichts des spärlichen Zuschauerinteresses den Anschein, als ob die Anhänger der beiden Teams schon im Vorfeld damit gerechnet hatten, dass das Lokalderby diesmal keinen spannenden, mitreißenden Schlagabtausch liefern würde - wie dies in der Vergangenheit doch öfter der Fall gewesen war.

Während der ersten Spielhälfte konnten die Gäste um den 13-fachen Torschützen Ivan Miletic die Begegnung noch ausgeglichen gestalten. In der Anfangsphase zeigten sich die Fellbacher gar von ihrer besten Seite und überrumpelten die favorisierten Gastgeber geradezu: Moritz Schäfer erzielte bereits in der ersten Minute das 1:0, nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Flaviu Onofras sorgten Steffen Klett, Ivan Miletic und Simon Wager für eine 4:1-Führung. Nach fünf Minuten war das Fellbacher Feuerwerk fürs Erste jedoch abgebrannt. Der VfL Waiblingen kam durch seinen Kreisläufer Marc Kallenberg zum Ausgleichstreffer (6:6). Bereits in dieser Phase zeigte sich, dass die Waiblinger am Samstag in ihrem Angriffsspiel einen großen Vorteil ausspielen konnten. Beim Spitzenreiter der Liga funktionierte das Zusammenspiel zwischen den beiden überragenden Rückraumakteuren Flaviu Onofras (neun Tore) und Axel Steffens (sieben Tore) mit dem Kreisläufer Marc Kallenberg blendend, während sich auf Fellbacher Seite der agile Steffen Klett und seine Mitstreiter im Rückraum vergeblich mühten: Die Verbindung zu den Kreisläufern Tobias Steigerwald und Patrick Brunner schien die meiste Zeit über wie gekappt. Während Marc Kallenberg achtmal vom Kreis erfolgreich war und der zweite VfL-Kreisläufer Marcus Hellerich zweimal, gelang Tobias Steigerwald kein einziger Treffer, Patrick Brunner traf zweimal.

"Nach unserem guten Start summierten sich bei uns technische Fehler und falsche Entscheidungen, außerdem waren wir im Angriff uneffektiv, wir sind nicht so recht durch- und zum Wurf gekommen", resümierte Frieder Hansen. Weil bei den Gästen der Zug zum Tor - und offenbar auch der absolute Siegeswille - fehlte, nahmen die Gastgeber nach 20 Spielminuten das Heft in die Hand und bauten die Führung von 15:14 aus, zur Pause hieß es 20:17.

Nach dem Seitenwechsel verkürzte Ivan Miletic, der mit seinen 13 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Partie war, zunächst mit einem seiner sieben Siebenmeter zum 18:20, in der Folge zogen die Gastgeber jedoch auf 27:21 davon. Am Ende hieß es 37:31 für den Tabellenführer VfL Waiblingen. Die Fellbacher Ballwerfer vermittelten mitunter den Eindruck, "als hätten sie selbst nicht mehr dran geglaubt, noch einmal ranzukommen", wie Frieder Hansen enttäuscht feststellen musste. "Das ist eigentlich schade", sagte Frieder Hansen weiter. "Wir haben heute deutlich unsere Grenzen aufgezeigt bekommen." Der VfL Waiblingen verfügte am Samstagabend nicht nur über die besseren Einzelspieler, sondern auch über das besser funktionierende Zusammenspiel.

SV Fellbach: Doll, Nowak - Schäfer (1), Liebing (3), Weil, Haarer (3), Gomes, Brunner (2), Steigerwald, Wager (1), Miletic (13/7), Steffen Klett (5), Bastian Klett (3), Rohland, Gaus.

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Entspannter nach dem Erfolg gegen alten Bekannten

SV Fellbach - TV Flein 30:28 (12.11.2011)

Handball SVF-Mannschaft besiegtden TV Flein am Samstagabend mit 30:28. Von Markus Merz



Sarina Bruns und Wiebke Meier von der TSG Backnang pfiffen die Handballpartie zwischen dem SV Fellbach und dem TV Flein (30:28) am Samstag in der Württemberg-Liga nur kurz an und nach einer Sekunde wieder ab. Dann bat der Hallensprecher und Fellbacher Abteilungsleiter Walter Hartmann die Zuschauer, Spieler und sonstigen Beteiligten zu einem kurzen schweigenden Gedenken an die am Freitag tödlich verunglückten Bundesliga-Schiedsrichter Bernd und Reiner Methe.


Nach dieser Gedenkzeit - am Wochenende in allen deutschen Handballhallen angesetzt - starteten der SV Fellbach und der TV Flein, bei dem in Rolf Fischer ein alter Bekannter aus Fellbacher Zeiten auf der Trainerbank saß, in eine über 60 Minuten ausgeglichene Partie mit stets leichten Vorteilen für den SVF. Angeführt vom zwölffachen Torschützen Ivan Miletic, beendeten die Fellbacher Handballer am Samstagabend beim 30:28-Erfolg gegen den TV Flein ihre negative Serie von drei nicht gewonnenen Spielen und können nun etwas entspannter zum Derby beim Tabellenführer VfL Waiblingen antreten (Samstag, 18 Uhr). "Wir hatten eine blöde Phase, da war dieser Sieg gegen den TV Flein schon enorm wichtig", sagte der SVF-Trainer Frieder Hansen.


Zumal sich die Fellbacher lange nicht wirklich auf ihre fortwährende Führung verlassen konnten, weil der starke Fabian Gerstlauer mit alleine zwölf Toren in der zweiten Hälfte (insgesamt 14 Tore) stets für spannende Verhältnisse in der Zeppelinhalle sorgte. Hinzu kam eine verheerende Trefferbilanz von den Flügelpositionen. Auch angesichts der hier nur drei Tore bei "gefühlten 20 Chancen" (Frieder Hansen) fiel es den Gästen nicht sonderlich schwer, stets den Kontakt zu wahren.


Erst als der zuvor ebenfalls glücklose Marcel Rohland in den Schlussminuten zweimal aus dem Rückraum erfolgreich war und damit selbst den erfahrenen Kreisläufer Tobias Steigerwald perplex zurückließ ("War das so geplant?"), war der Bann gebrochen und der Sieg gesichert. Zur Erleichterung von Frieder Hansen, dem das eigenmächtige Handeln von Marcel Rohland hinterher sichtlich egal war: "Das war so nicht gedacht, aber ist ja auch wurst."


Auch ohne finalen Plan ging der Plan mit dem Sieg auf, und der SV Fellbach bleibt in der Württemberg-Liga fernab jeglicher Abstiegsgefahr - auch bei einer Niederlage gegen den VfL Waiblingen. "Angesichts unseres schweren Restprogramms in diesem Jahr, war der Sieg doppelt wichtig", sagt Frieder Hansen. Nach der Partie beim Nachbarn geht es noch gegen die ebenfalls topplatzierten Neckarsulmer Sport-Union und SV Remshalden sowie gegen die zweite Mannschaft von Frisch Auf Göppingen.


SV Fellbach: Doll, Nowak - Schäfer (1), Weil (1), Liebing (1), Gomes, Brunner (2), Wager, Steigerwald (4), Steffen Klett (3), Bastian Klett (4), Rohland (2), Gaus, Miletic (12/3).

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Schlechte Phase nach dem guten Saisonstart

BBM Bietigheim - SV Fellbach 37:32 (05.11.2011)

Nach dem 32:21-Heimsieg am 23. Oktober gegen den TV Altenstadt, ihrem höchsten Saisonerfolg, sind die Handballer des SV Fellbach in der Württemberg-Liga richtig gut dagestanden. Sie wiesen 10:4 Punkte auf und zählten zur Spitzengruppe in der fünfthöchsten Spielklasse. Nur zwei Wochen und drei Partien später sieht das aber ganz anders aus: Denn die Fellbacher sind am Samstag bei der SG BBM Bietigheim II auch in ihrer dritten Begegnung binnen sechs Tagen sieglos geblieben: Sie verloren mit 32:37 (16:19) und sind mit nunmehr 11:9 Punkten auf den siebten Tabellenplatz zurückgefallen.

"Man muss festhalten, dass wir gerade eine schlechte Phase haben", sagt der SVF-Trainer Frieder Hansen. "Einerseits ist uns die Leichtigkeit abhandengekommen, andererseits hatten wir ein bisschen Pech mit kranken und verletzten Spielern." So fehlte beispielsweise am Samstag in der Bietigheimer Halle am Viadukt der mitspielende Assistenztrainer Oliver Gomes, der krankheitsbedingt zu Hause das Bett hütete.

Die schlechte Fellbacher Phase hat wohl auch mit dem gelungenen Saisonstart zu tun. Denn zuletzt hat das Team die richtige Einstellung missen lassen. Gerade in der Defensivarbeit mangelte es am nötigen Biss. "Es ist sicher niemand davor gefeit, unbewusst Gas rauszunehmen, wenn es so gut läuft", sagt Frieder Hansen. "Man sieht deutlich, dass in der Abwehr etwas fehlt - 37 Gegentore sprechen für sich."

Der SVF ist in Bietigheim von Anfang an einem Rückstand hinterhergerannt. Von 8:7 setzten sich die Gastgeber auf 12:9 ab und hielten den Vorsprung bis zur Pause (19:16). Nach der Halbzeit war bei den Fellbachern, bei denen von den Rückraumspielern einzig Ivan Miletic mit zwölf Treffern überzeugen konnte, ein Aufbäumen da. Sie kamen auf 22:24 ran, mussten dann aber drei Tore in Serie zum 22:27 hinnehmen. "Da war alles wieder verpufft", sagt Frieder Hansen.

SV Fellbach: Doll - Steigerwald (4), Weil, Miletic (12), Steffen Klett (3), Bastian Klett (1), Schäfer (5), Haarer (1), Brunner (3), Liebing, Rohland (2), Wager (1), Gaus

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17 Sekunden vor einer Niederlage

SV Fellbach - SF Schwaikheim 28:28 (01.11.2011)

Handball Alexander Haarer rettet dem SV Fellbach mit seinem späten Tor in dem umkämpften Heimspiel in der Württemberg-Liga gegen die SF Schwaikheim einen Punkt - 28:28 (16:16). Von Gerhard Pfisterer

Der SV Fellbach steht besser da in der Tabelle der Württemberg-Liga, als er ist. Zumindest mit seiner aktuellen Form hat der Tabellensechste der fünfthöchsten deutschen Handball-Spielklasse nichts in der Spitzengruppe zu suchen. Das ist das Fazit des Heimspiels gestern Abend gegen die SF Schwaikheim: Eine Viertelstunde brauchte die Mannschaft, um in die Partie zu finden - und in der Schlussviertelstunde verspielte sie beim 28:28 (16:16) fahrlässig den Sieg.

"Wenigstens ein Punkt", sagte der Fellbacher Torwart Stefan Doll nach der Begegnung vor 260 Zuschauern in der Zeppelinhalle. "Wir haben momentan einfach Probleme in der Abwehr - auch Leute, von denen man das nicht erwartet." Allzu oft wurde der 37-Jährige auch gestern von seinen Vordermännern im Stich gelassen. Trotzdem gelangen ihm 27 Paraden, womit er den SVF vor einer Pleite bewahrte. Er konnte aber auch mit drei gehaltenen Strafwürfen nicht verhindern, dass der Fellbacher Heimnimbus nach davor vier Siegen in gewohnter Umgebung seit gestern dahin ist.

Aufgrund ihrer vielen überhasteten Torabschlüsse gerieten die Gastgeber um Ivan Miletic, der schon früh einen Strafwurf vergab und insgesamt bei drei seiner vier Gelegenheiten vom Siebenmeterstrich aus scheiterte, schnell mit 4:7 (11. Minute) in Rückstand. Erst mit der Einwechslung des Rückraumspielers Alexander Haarer und des Kreisläufers Patrick Brunner nach 13 Minuten wurde es besser. Beide brachten sich mit Treffern ein und verhalfen auch der SVF-Abwehr zu etwas Stabilität. Der agile Moritz Schäfer konnte in der 22. Minute zum 10:10 ausgleichen, und mit einem Unentschieden (16:16) nach einem Tor von Patrick Brunner ging es auch in die Halbzeit.

"Es war der erwartet schwere Gegner und das erwartet umkämpfte Spiel", sagte der Fellbacher Trainer Frieder Hansen. "Was wir am Sonntag nicht an Glück hatten, hatten wir diesmal." Nach der 29:30-Niederlage zwei Tage davor bei der SG Lauter hatte der Coach mit der Schiedsrichterleistung gehadert - gestern hatten nur die Schwaikheimer Grund dazu.

Von der einen oder anderen harten Entscheidung gegen sie ließen die Gäste sich Mitte der zweiten Hälfte zu Undiszipliniertheiten wie Meckereien verleiten, die das unparteiische Duo Ewald Hirneise/Andreas Kehr (SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen) konsequent ahndete. Die Fellbacher profitierten davon - aber zu wenig. Sie gingen zwar bis zur 47. Minute mit 23:19 in Führung, ließen jedoch gerade in Überzahl sehr viele Chancen aus. "Wir haben das nicht konsequent genug ausgenutzt", sagte Stefan Doll, und Frieder Hansen fügt an: "Richtig gute Mannschaften tun das."

Die Schwaikheimer fingen sich wieder, glichen bis zur 53. Minute (24:24) aus und lagen 100 Sekunden vor dem Ende nach einem Treffer des sechsfachen Torschützen Frank Schmid sogar mit 28:26 vorne. Doch dann verkürzte Moritz Schäfer, Stefan Doll parierte zum 27. Mal - und 17 Sekunden vor Schluss schaffte Alexander Haarer abgebrüht noch den 28:28-Ausgleich.

SV Fellbach: Doll, Rihm - Steigerwald (3), Weil (1), Miletic (6/1), Steffen Klett (2), Bastian Klett (1), Schäfer (4), Haarer (4), Brunner (3), Gomes (1), Liebing (2), Rohland, Wager (1).

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Nur 48 Stunden zwischen zwei Spielen

SG Lauter - SV Fellbach 30:29 (30.10.2011)

Handball Der SV Fellbach verliert bei der SG Lauter mit 29:30 und empfängt bereits morgen die SF Schwaikheim. Von Gerhard Pfisterer


Schnell abhaken. Das ist das Fazit des Trainers Frieder Hansen nach der 29:30-Niederlage (13:15) des SV Fellbach gestern Abend bei der SG Lauter. Denn bis zur nächsten Aufgabe für seine Handballer in der Württemberg-Liga ist es nicht lange hin. Heute steht noch eine Trainingseinheit an, bevor sie bereits am Dienstag (16.30 Uhr) die SF Schwaikheim in der heimischen Zeppelinhalle erwarten. "Das ist ein Derby, das wird wieder ein umkämpftes Spiel", sagt Frieder Hansen.

Eine enge Partie war auch das Fellbacher Gastspiel gestern in der Donzdorfer Lautertalhalle. Letztlich hatte der SVF das schlechtere Ende für sich. "Wir sind nicht richtig in Tritt gekommen", sagt Frieder Hansen. Die Fellbacher erlaubten sich zu viele Nachlässigkeiten in der Verteidigungsarbeit und zudem zu viele technische Fehler im Angriffsspiel. "Das war mittelmäßig bis nicht ganz so gut", sagte Frieder Hansen, der krankheitsbedingt auf den Kreisläufer Tobias Steigerwald verzichten musste.

Daran änderte sich zunächst auch nichts nach der Halbzeit, in die das Team aus Fellbach mit einem 13:15-Rückstand ging. Die SG Lauter konnte sich auf 24:21 absetzen, ehe sich die Gäste nach und nach rankämpften. Doch die Aufholjagd war letztlich nicht von Erfolg gekrönt, weil den Hausherren sieben Sekunden vor Schluss der Siegtreffer zum 30:29 gelang.

Frieder Hansen ärgerte sich nicht nur über die Vorstellung seiner Mannschaft, sondern auch über die Schiedsrichter Stefan Banzhaf und Freddy Ernst vom TSV Eningen. "Ich fand es eklatant, wie willkürlich sie ihre Entscheidungen getroffen haben", sagt der SVF-Trainer. Seiner Ansicht nach bekamen die Spieler der SG Lauter in vergleichbaren Situationen Siebenmeter zugesprochen, in denen sie den Fellbacher Handballern verwehrt wurden. "Da hatte die Heimmannschaft einen klaren Vorteil. Aber wir müssen uns an der eigenen Nase fassen, dass wir es nicht geschafft haben, die drei, vier Tore besser zu sein, damit das keine Rolle spielt", sagt Frieder Hansen.

Aufgrund der Niederlage beim Tabellenzwölften verpasste der SVF es, nach Punkten zum gestern ebenfalls unterlegenen Tabellenzweiten SG Lauterstein (31:32 bei der SG BBM Bietigheim II) aufzuschließen. Stattdessen fiel er auf Rang sechs zurück. "Solange wir es nicht schaffen, solche Auswärtsspiele rumzureißen, kommen wir nicht da oben hin", sagte Frieder Hansen.

SV Fellbach: Doll - Weil (1), Brunner (1), Liebing (3), Schäfer, Haarer (2), Gomes, Jahn, Wager (3), Steffen Klett (7), Bastian Klett, Rohland (2), Miletic (10/4).

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Jung und forsch

SV Fellbach - TV Altenstadt 32:21 (23.10.11)

Handball Der SV Fellbach gewinnt gegen den TV Altenstadt mit 32:21 und hält den Kontakt zur Tabellenspitze. Von Markus Merz

Frieder Hansen hat von Berufswegen viel mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu tun. Der 32-Jährige ist Lehrer für Biologie und Sport am Wirtemberg-Gymnasium. An der Schule in Untertürkheim, die mit den Prädikaten "Eliteschule des Sports" und "Eliteschule des Fußballs" aufwarten kann, tummeln sich gemeinhin viele talentierte Athleten. Bei den Handballern des SV Fellbach trainiert Frieder Hansen noch so ein paar forsche Nachwuchskräfte, die zunehmend in die Württemberg-Liga und damit in die erste Mannschaft drängen. Noch nie wurde das so deutlich wie am Sonntag in der Fellbacher Zeppelinhalle. In der Partie gegen den TV Altenstadt, die der SVF am Abend mit 32:21 gewinnen konnte, drängten gleich vier Akteure ins Team, die bisher nur unregelmäßig zum Einsatz gekommen waren. Weil die Fellbacher zudem relativ schnell für klare Verhältnisse sorgten, durften Kai-Steffen Liebing (19), Lukas Weil (19), Kevin Jahn (18) und Marcel Rohland (18) allesamt für mehrere Minuten aufs Feld und trugen ihren Teil zum deutlichen Heimsieg am Sonntag bei. "Die Jungs sind auf einem sehr guten Weg in die Mannschaft", sagte Frieder Hansen nach einem selten entspannten Spiel für den jungen Trainer.

Angesichts der vier jungen aufstrebenden Kräfte erschien Moritz Schäfer auf der linken Außenposition mit seinen ebenfalls erst 19 Jahren fast schon wie ein Routinier. Immerhin wirbelt der Schüler bereits im zweiten Jahr für die Handballer des SV Fellbach und erfreut seinen Trainer in der jüngeren Vergangenheit mit stets guten Leistungen. Gegen den TV Altenstadt erzielte Moritz Schäfer nicht nur fünf Treffer, sondern überzeugte auch als zentraler Abwehrspieler im Defensivverbund. Nicht minder auffällig agierte in Simon Wager der Gegenpart von Moritz Schäfer auf der rechten Außenposition, erzielte sieben Treffer und servierte den etwa 200 Zuschauern sein ganzes Repertoire an Wurfvarianten.

Weil Moritz Schäfer, Simon Wager und die anderen Fellbacher den Vorsprung konsequent in wenig spannenden Abständen hielten, durften acht Minuten vor dem Ende noch einmal alle vier Nachwuchskräfte gemeinsam aufs Feld und kamen schließlich auf insgesamt acht Treffer. "In dieser Phase hat man dann zwar gesehen, dass der Spielfluss etwas verloren geht, aber für die Jungs war das ein wichtiger Schritt", sagte Frieder Hansen, der Kai-Steffen Liebing, Lukas Weil, Kevin Jahn und Marcel Rohland in der Schlussphase noch Simon Wager und den glänzend aufgelegten Steffen Klett zur Seite stellte. Der 24-jährige Spielmacher trieb die Handballer des SV Fellbach 60 Minuten lang unermüdlich an, erzielte fünf Treffer und bereitete neun weitere Tore vor. Da fiel es auch nicht weiter auf, dass der Rückraumspieler Ivan Miletic wegen einer fiebrigen Erkältung erst gar nicht am Spielgeschehen teilnehmen konnte und nur beim einzigen Fellbacher Strafwurf aufs Feld geschickt wurde. Diesen verwandelte er allerdings souverän.

Wieder einmal, das überraschte am Sonntag wohl niemanden mehr, machte zudem der SVF-Schlussmann Stefan Doll einen Teil der Überlegenheit gegen den überforderten TV Altenstadt aus. So dauerte es in der zweiten Hälfte 15 Minuten bis zum ersten Gegentreffer aus dem Spiel heraus. Insgesamt parierte der 37-Jährige 30 Würfe der Gäste, leitete diverse Fellbacher Angriffe und Tore mit schnellen Pässen ein und war Kai-Steffen Liebing, Lukas Weil, Kevin Jahn und Marcel Rohland letztlich ein erfahrener Rückhalt.

SV Fellbach: Doll, Singh - Weil (2), Liebing (4), Schäfer (5), Haarer (4), Gomes, Jahn, Wager (7), Steigerwald (2), Steffen Klett (5), Bastian Klett, Rohland (2), Miletic (1/1).

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40 gute Minuten reichen nicht

 
SG Lauterstein - SV Fellbach 34:30 (16.10.2011)

Handball Die Mannschaft des SVF verliert bei der SG Lauterstein mit 30:34. Von Michaela Bareis

Mit gedämpften Erwartungen sind die Handballer des SV Fellbach gestern Nachmittag in der Württemberg-Liga zur Partie nach Lauterstein gefahren. Schließlich hatte der Absteiger aus der Baden-Württemberg-Oberliga zuvor viermal in Folge gewonnen und kann auf ein bewährtes Stammpersonal zurückgreifen, darunter in Michael Lackinger auch auf einen ehemaligen Göppinger Bundesliga-Profi. Gestern Abend sind die SVF-Männer um den Trainer Frieder Hansen dann - fast erwartungsgemäß - mit einer 30:34-Niederlage (17:18) beim Favoriten SG Lauterstein zurückgekehrt. Eine Niederlage, die Frieder Hansen jedoch "immens geärgert hat, weil viel mehr drin gewesen wäre" für seine Spieler um den starken Nachwuchsakteur Moritz Schäfer (vier Tore). Fellbachs Manager Hans Ulmer sagte: "Das ist sehr schade, eigentlich hatten wir es in der Hand, das Spiel für uns zu entscheiden." Am Ende brachten sich die Gäste jedoch mit Undiszipliniertheiten und Fehlwürfen selbst um den Lohn. "40 sehr gute Spielminuten reichen bei einer Mannschaft wie der SG Lauterstein eben nicht aus, da muss man schon 60 Minuten alles geben", meinte der ohnehin - aufgrund einer Erkältung - verschnupfte Frieder Hansen hernach.

In der Anfangsphase waren seine Spieler nicht richtig in Tritt gekommen und lagen nach drei Fehlpässen, die von den flinken Gastgebern mit Gegenstoßtoren bestraft wurden, mit 2:5 zurück. Erst nach zehn Minuten, beim Stand von 6:11, "haben wir dann begonnen, Handball zu spielen" (Hansen). Und zu kämpfen. Mit Erfolg, wie der 13:13-Zwischenstand bestätigt. Zur Halbzeit lagen die Gastgeber knapp mit 18:17 vorne. Ausgeglichen ging die Begegnung weiter - bis zum 29:29. Danach schlich sich jedoch wieder der Schlendrian ins Fellbacher Angriffsspiel. Riskante Pässe und Fehlwürfe sorgten dafür, dass die Gastgeber am Schluss auf 34:30 davonzogen. "Das macht eben den Unterschied aus, unsere Mannschaft hat viel Potenzial, aber wenn man solche Chancen wie heute einfach liegenlässt, dann kann man es nicht bis ganz nach oben bringen", sagt Frieder Hansen.

SV Fellbach: Doll, Nowak - Gomes, Steigerwald (3), Steffen Klett (3), Bastian Klett (5 ), Miletic (5/2), Wager (2), Brunner (3), Weil, Gaus, Schäfer (4),Haarer (2),Liebing (3).

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Allein gegen die SG Bottwartal

SV Fellbach - SG Bottwartal 31:29

Handball Die Mannschaft des SV Fellbach gewinnt ein schlechtes Spiel am Samstag mit 31:29 und kann sich am Ende bei ihrem Torsteher Stefan Doll bedanken - wieder einmal. Von Markus Merz


Irgendwann hatte Florian Vieler genug und setzte sich entnervt auf die Bank für die Ersatzspieler. Das Gesicht vergrub er in seinen Händen, dann schüttelte er unentwegt den Kopf und warf schließlich ein in der Nähe liegendes Handtuch wütend auf den Hallenboden der Fellbacher Zeppelinhalle. Kurz zuvor war der Rückraumspieler der Handballer der SG Bottwartal - wieder einmal - freistehend an Stefan Doll, dem Torsteher des SV Fellbach, gescheitert. Die Gastgeber hatten es am Samstagabend dem 37-Jährigen zu verdanken, dass nach 60 äußerst unansehnlichen Handballminuten ein Fellbacher 31:29-Sieg auf der Anzeigetafel stand.

Mit insgesamt 28 parierten Würfen lieferte Stefan Doll eine famose Vorstellung ab. Mal wieder, auch wenn die Paraden des Routiniers in Diensten einer jungen SVF-Mannschaft wohl selten so spektakulär und punktebringend waren wie an diesem Samstag. Mitunter nach der ersten Parade bereits am Boden liegend, sprang Stefan Doll beim Nachwurf der Gäste-Angreifer noch einmal quer durch das eigene Herrschaftsgebiet und vereitelte auch den zweiten Versuch. Es schien fast so, als sei der mit Abstand beste Fellbacher in einem Rausch, aus dem ihn nur die eigenen Abwehrspieler herausreißen konnten, weil sie zumeist dilettantisch verteidigten. Stefan Doll - allein gegen die SG Bottwartal.

Schon während des Spiels gab es deshalb von den 180 Zuschauern Sonderapplaus für den Mann, der nicht zu den größten Torhütern der Württemberg-Liga zählt. Von der Leistung her dürfte es jedoch kaum einen besseren geben. Sein Trainer Frieder Hansen wusste daher auch, bei wem er sich für den vierten Sieg im fünften Spiel zu bedanken hatte: "Der Stefan hat wieder überragend gehalten. Wir sind leider noch nicht so weit, dass wir eine Mannschaft auch mal aus der Halle schießen können." Schon gar nicht, wenn das Team nicht nur kontaktfrei verteidigt, sondern auch im Angriff um den schwachen Steffen Klett bestenfalls Landesliga-Niveau erreicht. Jedenfalls passten sich die Fellbacher schon nach wenigen Minuten dem desorientierten Schlusslicht aus Bottwartal an, weshalb sich ein Handballspiel entwickelte, das die Zuschauer oft mit einem ratlosen Kopfschütteln zurückließ. Ähnlich erging es nach dem Spiel auch Frieder Hansen, der sich darüber bewusst war, dass sich die Zuschauerzahl mit derlei Auftritten in Zukunft nicht wesentlich steigern wird: "Immerhin haben wir ja noch gewonnen." Und damit einen durchaus beachtlichen Start mit 8:2 Punkten hingelegt. "Wir sind deshalb aber keine Spitzenmannschaft", sagte Frieder Hansen. Widersprochen dürfte ihm da am Samstag niemand haben, da sich von den Feldspielern lediglich der A-Jugendliche Alexander Gaus ein Sonderlob verdiente. Ansonsten blieb nur Stefan Doll - allein gegen die SG Bottwartal.

SV Fellbach: Doll, Nowak - Weil, Liebing, Schäfer (5), Haarer (4), Gomes, Brunner (3), Wager (1), Steigerwald (2), Steffen Klett (1), Bastian Klett (4), Rohland, Gaus (3), Miletic (8/2).


SVF bringt Sieg über die Runden

Handball Die Fellbacher bezwingendie SG Leonberg/Eltingen mit 31:29 (18:11).
Von Gerhard Pfisterer


Die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte hat für Lars Neuffer mit einer Niederlage geendet. Der Handballer verlor mit der SG Leonberg/Eltingen am Samstagabend in der Württemberg-Liga bei seinem Ex-Club SV Fellbach mit 29:31 (11:18). Hinterher verteilte er ein großes Lob an einen früheren Mitspieler - den Torwart Stefan Doll: "Er hat so eine Leistung gezeigt, mit der er uns auch früher oft im Alleingang gerettet hat."

Der Fellbacher Schlussmann bewahrte die Gastgeber vor 200 Zuschauern in der Zeppelinhalle mit seinen Paraden vor einem Punktverlust. Denn nach einer guten ersten Hälfte mit einem Sieben-Tore-Vorsprung knickte der SVF ein. Die Gäste aus Leonberg kamen Tor um Tor näher. Von 14:20 (34. Minute) arbeiteten sie sich auf 20:22 (41.) heran. Doch mindestens zwei Treffer betrug der Unterschied bis zum Ende. "Pflichtsieg. Punkt. Das wäre heute vielleicht eine gute Überschrift", sagte der Fellbacher Trainer Frieder Hansen.

Die Leonberger riskierten alles, brachten häufig Simon Schach als siebten Feldspieler anstelle eines Torwarts. Doch die Hypothek aus der ersten Hälfte war letztlich zu groß für den Aufsteiger um den neunfachen Torschützen Jörg Eisenhardt, der somit auch seine dritte Partie verlor. "Wir haben gesehen, dass die Mannschaft lebt und kämpfen kann. Ich trauere heute nicht - ich habe eine zweite Hälfte gesehen, die Spaß gemacht hat", sagte der SG-Trainer Enrico Wackershauser. "Wer weiß, wie das Spiel ausgeht, wenn es fünf Minuten länger geht."

Der Fellbacher Trainer Frieder Hansen plagte sich am Samstagabend schon vor der Begegnung mit Kopfschmerzen herum, und die Leistung seines Teams ließ keine Besserung zu. Erneut fehlte dem SVF die Konstanz über die gesamte Spielzeit. Seine beste Phase hatte er, als er sich von 5:5 auf 11:6 absetzte und von 14:10 bis zur Halbzeit auf 18:11. "Wir haben uns nach der Pause nicht mehr auf das besonnen, was wir können", sagte Frieder Hansen.

Dank ihrer individuellen Klasse retteten die Fellbacher den Sieg über die Runden. Zu Beginn der zweiten Hälfte traf immer wieder Ivan Miletic, der insgesamt zwölfmal erfolgreich war. Und in den Schlussminuten erzielte der wiedergenesene Routinier Alexander Haarer zwei wichtige Treffer. Der 32-jährige Rechtshänder hatte nach dem Weggang von Lars Neuffer 2010 die Position im rechten SVF-Rückraum übernommen. Der Fellbacher Torwart ist dagegen noch immer der gleiche: Stefan Doll, mittlerweile 37 Jahre alt. "Man versucht halt, nicht in sein Eck zu werfen. Er macht seinen Job nach wie vor sensationell", sagte Lars Neuffer.

SV Fellbach: Doll, Nowak - Gomes (1), Steigerwald (2), Steffen Klett (4), Bastian Klett (3), Miletic (12/8), Wager (5), Weil, Brunner, Salzer (1), Schäfer, Haarer (3).


Fellbacher nur zu Beginn vorne

TSB Schwäbisch Gmünd - SV Fellbach 37:30

Das SVF-Team unterliegt beim TSB Schwäbisch Gmünd mit 30:37. Von Michaela Bareis


Nach dem 29:27-Auftaktsieg in der Württemberg-Liga gegen den TV Oppenweiler am vorvergangenen Samstag haben die Handballer des SV Fellbach bei ihrem ersten Auswärtsspiel nun einen ersten Dämpfer erhalten: Beim TSB Schwäbisch Gmünd unterlagen die Akteure um den Schlussmann Stefan Doll am Samstag letztlich klar mit 30:37 (13:16).

"Das Ergebnis war im Endeffekt schon deutlicher, als es der Spielverlauf vermuten lässt", sagte Frieder Hansen hernach. "Allerdings muss man zugeben, dass die Gmünder Handballer an diesem Tag eindeutig die bessere Mannschaft waren." Fellbachs Trainer bemängelte, dass seine jungen Akteure vor allem in der zweiten Spielhälfte teilweise "nicht die nötige Gegenwehr gezeigt hätten". Eine gewisse Kaltschnäuzigkeit habe seiner jungen Mannschaft gefehlt. Über diese Kaltschnäuzigkeit verfügen dann eben die routinierteren Handballer vom TSB Schwäbisch Gmünd. "Die spielen natürlich auch schon seit Jahren in der Formation zusammen und sind dazu auch körperlich sehr robust", sagte Frieder Hansen. "Trotzdem könnten wir auch auswärts gegen so ein erfahrenes Team wie das von Schwäbisch Gmünd gewinnen, wenn bei uns alles gut läuft und wir körperlich auch noch dagegenhalten."

Wie es aussehen kann, wenn es gut läuft, demonstrierten die Gäste in den ersten zehn Spielminuten, als das junge SVF-Ensemble um den sechsfachen Torschützen Ivan Miletic einen Start nach Maß hinlegte und nach sehenswerten Aktionen mit 5:1 in Führung ging. Der Spielmacher Steffen Klett zog gekonnt die Fäden und zeigte sich zudem auch selbst treffsicher - mit sieben Toren war er am Ende der erfolgreichste Werfer auf Fellbacher Seite. Aus der Vier-Tore-Führung zu Beginn konnten die Gäste jedoch kein Kapital schlagen: Das Team des TSB Schwäbisch Gmünd glich zum 5:5 aus und ging seinerseits mit 6:5 in Führung. "In dem Maß, in dem wir schrittweise abgebaut haben, haben die Handballer des Gastgebers schrittweise zugelegt", sagte Frieder Hansen. Bis zur Halbzeitpause setzten sich die Gastgeber erstmals auf drei Tore - zum 16:13 - ab.

Nach dem Wechsel gelang es den Fellbachern nicht mehr, den Rückstand zu verringern. Im Gegenteil, die Gmünder konnten sich Mitte der zweiten Hälfte dank "schneller und einfacher Tore" per Gegenstoß sowie aus dem Rückraum auf 27:21 absetzen - "quasi ohne Gegenwehr unserer Hintermannschaft samt Torhütern" (Hansen).

Immerhin, der SVF-Trainer zog aus der 30:37-Niederlage und den schwankenden Leistungen seiner Gefolgschaft an diesem Samstagabend einen positiven Schluss: "Das war hoffentlich ein Weckruf zur richtigen Zeit. Jeder hat gemerkt, dass wir noch einiges zu arbeiten haben."

SV Fellbach: Doll, Nowak - Gomes (3), Steigerwald (2), Stefen Klett (7), Bastian Klett (4), Miletic (6/3), Wager (2), Brunner (2), Weil, Gaus, Rohland (2), Salzer (2), Schäfer



Liebeserklärung nach dem Siegtor

SV Fellbach : TV Oppenweiler 29:27

Handball lvan Miletic erzielt für den SV Fellbach in der Württemberg-Liga gegen den TV Oppenweiler zu Hause den 29:27-Endstand (12:9) und feiert diesen Treffer auf ganz besondere Art. Von Gerhard Pfisterer


Den Torjubel hat sich Ivan Miletic bei dem portugiesischen Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid abgeschaut: den rechten Daumen kurz in den Mund und danach winken wie ein Baby. So feierte der Handballer des SV Fellbach den entscheidenden Treffer zum 29:27-Endstand (12:9) am Samstagabend zum Saisonauftakt in der Württemberg-Liga gegen den TV Oppenweiler.

Ein schönes Tor war das. Mit einem lässigen Lupfer überwand Ivan Miletic 59 Sekunden vor dem Ende des Heimspiels vor 230 Zuschauern in der Zeppelinhalle vom Siebenmeterstrich aus den starken Oppenweiler Schlussmann Stefan Merzbacher. "Der Torwart hat mir einreden wollen, ich sei unsicher und dass ich 100-prozentig verwerfe. Als er dann auch noch so weit rausgekommen ist, habe ich mir gesagt: Dich stell" ich kalt", sagte Ivan Miletic zu der couragierten Aktion. Was folgte, war die Erklärung zu seinem Torjubel - eine Liebeserklärung: "Das hat Cristiano Ronaldo für sein Baby gemacht. Ich plane das auch mit meiner Freundin Tatjana. Und neben ihr saß Jasmin, die Freundin von Oliver Gomes, die schwanger ist - daher hat das gut gepasst."

Ivan Miletic zeigte am Samstagabend rundum eine formidable Leistung. Er agierte überlegt und verhaspelte sich nicht in Aktionismus wie so oft in der Vergangenheit. Doch den gewagten Heber in der brenzligen Situation ließ er sich trotzdem nicht nehmen. "Ich hätte ihm ja den Kopf runtergerissen, wenn er verschossen hätte, aber er hat die Nerven behalten. Er hat sich insgesamt gesteigert und spielt endlich richtig Handball", sagte der verletzte Alexander Haarer (Bänderriss im linken Fuß ), für den Ivan Miletic auf der rechten Rückraumposition auflief. Der 26-Jährige verwandelte alle vier Fellbacher Strafwürfe und war mit acht Treffern auch der beste Torschütze der Begegnung.

Dass die Partie überhaupt so eng war, hatten die SVF-Handballer ihrer schwachen Chancenauswertung in der Anfangsphase zuzuschreiben. Sie führten zwar in der 10. Minute dank Simon Wagers erstem Ligator für den SV Fellbach - die gesamte vergangene Saison hatte er nach seinem Weggang vom TSV Owen wegen eines Kreuzbandrisses verpasst - mit 4:0. Doch bis dahin hatten sie auch bereits acht Großchancen vergeben. "Jetzt haut die Dinger rein, auf geht"s", flehte der SVF-Manager Hans Ulmer am Spielfeldrand - und wurde von Patrick Brunner erhört. Der 18-jährige Kreisläufer erzielte nach seiner Einwechslung prompt das 5:1 und das 6:1 (15.).

Trotzdem konnten sich die Fellbacher um den gut aufgelegten Torwart Stefan Doll nicht so recht absetzen. Bis zur Pause kam der TV Oppenweiler auf 9:12 heran. Danach blieb es eng, bis Ivan Miletic die Zitterpartie 59 Sekunden vor Schluss entschied. "Die erste Hälfte war mit den vielen vergebenen Chancen unbefriedigend", sagte der SVF-Trainer Frieder Hansen. "Wenn man dann nur mit so einer kleinen Führung in die Halbzeit geht, hat der Gegner einen psychologischen Vorteil. Deshalb muss ich meiner Mannschaft hoch anrechnen, dass sie nicht den Kopf verloren hat." Das galt besonders für Ivan Miletic - laut Alexander Haarer gleich in doppelter Hinsicht.

SV Fellbach: Doll, Nowak - Gomes, Steigerwald (2), Steffen Klett (4), Bastian Klett (4), Miletic (8/4), Wager (5), Brunner (4), Weil, Gaus, Rohland, Salzer, Schäfer (2).